Ueberwachung Checkliste

Löschfristen von Überwachungsdaten Checkliste

Unter welchen Voraussetzungen Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer technisch überwachen dürfen (z. B. durch eine Videoüberwachung, Keylogger o. ä.), erfahren Sie in dem Videotutorial zur DSGVO. Wie lange dürfen Arbeitgeber aber rechtmäßig erhobene Überwachungsdaten speichern? Die nachfolgende Checkliste soll darüber Auskunft geben:

1. Im laufenden Arbeitsverhältnis

Grundsatz: unverzüglich nach Zweckerreichung

  • Zweckerreichung ist für jeden Mitarbeiter gesondert zu prüfen
    (Bsp: bei einer Videoüberwachung ergibt sich die Unschuld eines überwachten Mitarbeiters => seine Daten sind sofort zu löschen)
  • erhobene Daten sind schnellstmöglich auszuwerten.
  • die gespeicherten Daten sind auch nach der ersten Auswertung regelmäßig darauf zu überprüfen, ob ihre Speicherung noch zur Zweckerreichung erforderlich ist (=> Erstellung eines Wiedervorlage- und Löschkonzeptes)
  • Obergrenze (Faustformel): Auswertung der Daten möglichst innerhalb von 3 – 4 Tagen nach der Herstellung, Löschung innerhalb weiterer 3 – 4 Tage nach Auswertung, allerspätestens aber 60 Tage nach Herstellung (sofern nicht im Einzelfall die Vorhaltung z. B. zu Beweiszwecken länger notwendig ist)

2. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Grundsatz: spätestens bei – unstreitiger – Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind die Daten zu löschen.

Ausnahme; Die Daten sind zur Geltendmachung oder Abwehr von Ansprüchen erforderlich (=> z. B. in einem laufenden Schadensersatz- oder Kündigungsschutzprozess). In diesem Fall tritt die Löschfrist erst ein, wenn eine weitere Inanspruchnahme ausscheidet (z. B. wegen rechtskräftigem Verfahrensabschluss).

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