Die Haftung von Lieferanten und Herstellern im Gewährleistungsfall

Die Haftung von Lieferanten und Herstellern im Gewährleistungsfall

– der größte Wurf des neuen Baurechts kommt aus dem Kaufrecht. Stellen Sie sich mal folgendes Horrorszenario vor: Sie werden damit beauftragt, in ein Gebäude eine Fußbodenheizung einzubauen. Nachdem das ganze Gebäude fix und fertig ist, stellt sich heraus, dass eine der Leitungen Ihrer Fußbodenheizung porös ist, so dass Wasser austritt. Nach und nach säuft das Gebäude langsam ab.

Für ihre vor dem 1.1.2018 geschlossenen Verträge haben Sie jetzt ein richtiges Problem. Von Ihrem Händler bekommen Sie zwar Ersatz für die porösen Leitungen. Damit hatte es sich dann aber auch. Auf allen anderen Kosten sind Sie sitzengeblieben. Parkettboden und Estrich rausreissen, Trocknungsarbeiten, neuer Fußbodenaufbau – all das war von Ihnen zu leisten. Und jetzt?

Jetzt ist alles besser: ab dem 1.1.2018 nämlich haftet Ihr Händler nicht nur für die marode Leitung, sondern er muss Ihnen auch alle Kosten ersetzen, die Ihnen beim Aus- und Einbau entstehen. Ihr Händler ist also seinem Kunden gegenüber im Rahmen der Nacherfüllung dazu  verpflichtet, ihm alle erforderlichen Aufwendungen für das Entfernen der mangelhaften und den Einbau oder das Anbringen der mangelfreien Sache zu ersetzen.

Sehen wir uns die Konsequenzen an unserem Beispiel an:

Hatte nach der alten Rechtslage der Großhändler nur die Ersatzlieferung für die porösen Leitungsteile geschuldet, muss er nun für alle Kosten aufkommen, die für den Austausch der rostigen Fußbodenheizung erforderlich waren. Dazu zählt die Öffnung des Fußbodens, die Entsorgung der mangelhaften Anlage und der komplette Neuaufbau des Fußbodens bis hin zur Verlegung eines neuen Parketts.

Um es klar zu sagen: diese Vorschrift stellt schon eine kleine Revolution im Bürgerlichen Gesetzbuch dar. Die rechtliche Situation der Baufirmen und Handwerker wird sich dadurch nachhaltig verbessern. Ihr Händler wird dadurch überigens nicht benachteiligt: er kann sich seinerseits an seinen Lieferanten oder der Hersteller wenden, um sich dort schadlos zu halten.

Bitte beachten Sie aber, dass Sie dem Händler im Streitfall nachweisen müssen, dass die von ihm gelieferte Heizungsleitung mangelhaft war. Sie sollten also von Anfang an die entsprechenden Beweise sichern und notfalls sogar ein Sachverständigengutachten einholen – es geht immerhin um viel Geld. Bitte sehen Sie auch davon ab, die mangelhaften Teile dem Händler oder Hersteller einzuschicken, so wie es bisher häufige Praxis war. Denn wenn die mangelhaften Teile erst mal weg sind, ist Ihnen die notwendige Beweisführung oftmals nicht mehr möglich. Und dann gehen Sie leer aus.

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