Arbeitnehmerfotos auf der Homepage – was geht und was nicht geht

Arbeitnehmerfotos auf der Homepage – was geht und was nicht geht

Die Homepage eines Unternehmens ist bekanntlich seine digitale Visitenkarte. Sie soll den Besuchern einen möglichst positiven, ersten Eindruck verschaffen. Neben den Räumlichkeiten und der Technik sind dazu natürlich auch Bilder von den Menschen unerlässlich, die in dem Unternehmen arbeiten und für das Unternehmen stehen. Aber: geht das nach dem neuen Datenschutzrecht überhaupt noch?

Um es gleich vorweg zu nehmen: es geht auch jetzt noch, aber in den allermeisten Fällen nicht mehr ohne eine entsprechende Einwilligung der betreffenden Mitarbeiter. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ein Mitarbeiterfoto nur im unternehmensinternen Netzwerk oder auf der öffentlichen Website des Unternehmens präsentiert wird. Die Rechtlichen Anforderungen bleiben dieselben, da beides eine Veröffentlichung personenbezogener Daten an einen bestimmten oder unbestimmten Personenkreis darstellt.

Sie brauchen für diese Veröffentlichung also eine schriftliche Einwilligung, und zwar eine individuelle von jedem Mitarbeiter, dessen Foto veröffentlicht werden soll. Die Einwilligung sollte nicht generalisiert, sondern immer anlassbezogen und darüber hinaus freiwillig erfolgen. Das bedeutet: Verlassen Sie sich nicht alleine auf pauschale Einwilligungserklärungen, die sich auf sämtliche unternehmensbezogenen Fotos beziehen, und auch nicht auf pauschale Einwilligungsklauseln in Arbeitsverträgen. Solche Klauseln können zwar als doppelter Boden für alle Fälle sinnvoll sein. Trotzdem sollten Sie unbedingt nochmals für jeden Anlass explizite Einwilligungen vor Beginn des Verarbeitungsvorgangs einholen, egal, ob es sich dabei nur um die Vorstellung der Belegschaft im Netz oder die Veröffentlichung von Bildern der Betriebsfeier handelt.

Nur in denjenigen Fällen, in denen sich die Veröffentlichung praktisch schon aus Sinn und Zweck des Arbeitsverhältnisses selbst ergibt, kann auf eine nochmalige Einwilligung verzichtet werden. Wer als TV- Moderator oder -Moderatorin bei einem Rundfunkunternehmen angestellt ist, der muss also auch ohne explizite Einwilligung die Ausstrahlung der Produktion dulden. Gleiches gilt für angestellte Models, Schauspieler, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit usw. In diesen Fällen können Sie also schon einmal auf eine Einwilligung verzichten. Aber denken Sie daran: hierbei handelt es sich wirklich um Ausnahmefälle.  Es ist immer ein „enger Öffentlichkeitsbezug“ erforderlich, der sich ohne weiteres schon aus der Natur des Arbeitsverhältnisses ergeben muss. Wenn Sie sich dahingehend nicht sicher sind, lassen Sie sich lieber die Einwilligung geben.

Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren wollen, empfehle ich Ihnen unser Videotutorial zum Datenschutzrecht. Dort erfahren Sie nicht nur alles, um Ihr Unternehmen datensicher zu machen, sondern Sie erhalten auch noch alle notwendigen Formulare und Checklisten. Selbstverständlich finden Sie darunter auch ein Muster für die Einwilligungserklärung Ihrer Mitarbeiter.

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